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CRIF Score verbessern: Der Bonitätsindex von 1 bis 6 verständlich erklärt
Was bedeutet dein CRIF Bonitätsindex? Alle 10 Risikoklassen mit Ausfallwahrscheinlichkeit, die Faktoren dahinter und wie du deinen Score verbesserst.
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Bei Creditreform kennen viele Unternehmer ihren Wert wenigstens ungefähr. Bei CRIF dagegen wissen die meisten nicht einmal, dass es dort eine Bewertung über ihre Firma gibt. Dabei fragen viele Banken, Leasinggesellschaften und Lieferanten genau dort an. Hier erfährst du, wie der CRIF Bonitätsindex funktioniert und wie du ihn verbesserst.
Was ist der CRIF Bonitätsindex?
CRIF ist neben Creditreform eine der großen Wirtschaftsauskunfteien in Deutschland, früher bekannt als CRIF Bürgel. Der Bonitätsindex sagt voraus, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Unternehmen innerhalb der nächsten zwölf Monate mit seinen Zahlungen ausfällt.
Anders als bei Creditreform arbeitet CRIF mit einer Skala von 1,0 bis 6,0, ähnlich wie Schulnoten. Auch hier gilt: Je niedriger der Wert, desto besser.
Die Tabelle: 10 Risikoklassen bei CRIF
CRIF teilt den Index in zehn Risikoklassen ein. Dazu gehört jeweils die Ausfallwahrscheinlichkeit aller deutschen Unternehmen in dieser Klasse:
1,0 bis 1,4: sehr geringes Ausfallrisiko, 0,2 Prozent
1,5 bis 1,9: geringes Ausfallrisiko, 0,5 Prozent
2,0 bis 2,4: unterdurchschnittliches Ausfallrisiko, 0,8 Prozent
2,5 bis 2,9: durchschnittliches Ausfallrisiko, 2,1 Prozent
3,0 bis 3,4: überdurchschnittliches Ausfallrisiko, 4,3 Prozent
3,5 bis 3,9: deutlich überdurchschnittliches Ausfallrisiko, 7,2 Prozent
4,0 bis 4,4: weit überdurchschnittliches Ausfallrisiko, 14,5 Prozent
4,5 bis 4,9: sehr hohes Ausfallrisiko, 20,5 Prozent
5,0: extremes Ausfallrisiko, 46,7 Prozent
6,0: Ausfall
Der Sprung zwischen den Klassen ist enorm. Wer von 2,9 auf 3,0 rutscht, verdoppelt laut CRIF seine Ausfallwahrscheinlichkeit. Ab 4,0 empfehlen viele Geschäftspartner nur noch Vorkasse oder sehr kleine Kreditlimits.
Was fließt in den CRIF Bonitätsindex ein?
CRIF berechnet den Index mit statistischen Modellen aus fünf Bereichen:
Firmendaten: Rechtsform, Unternehmensalter, Mitarbeiterzahl, Branche und Gesellschafter
Geodaten: die Region, in der dein Unternehmen sitzt
Finanz und Bilanzdaten: Haftungskapital, Jahresumsatz und Bilanzkennziffern
Entscheider Informationen: Angaben zu Inhaber und Geschäftsführung
Zahlungserfahrungen: Negativmerkmale und Zahlungsstörungen, vor allem aus dem Deutschen Debitoren Monitor
Was steht in einer CRIF Auskunft?
Neben dem Bonitätsindex enthält eine CRIF Vollauskunft weitere Werte, die Geschäftspartner genau lesen:
Ausfallwahrscheinlichkeit: dein persönlicher Wert in Prozent für die nächsten zwölf Monate
Bilanzgrade: eine eigene Note von 1,0 bis 5,0 aus Eigenkapitalquote, Liquiditätskennzahl und Gesamtkapitalrendite deiner veröffentlichten Bilanz. Sie ist Teil des Bonitätsindex.
Höchstkredit: die Empfehlung von CRIF, bis zu welchem Betrag man dir Kredit geben sollte
Zahlungserfahrung und Payment Morality Index: wie pünktlich du deine Rechnungen bezahlst
Branchen: deine Haupt und Nebenbranchen, jeweils mit dem durchschnittlichen Ausfallrisiko der Branche
Ein Beispiel aus meiner Praxis
Eine GmbH hatte eine hervorragende Bilanz: Bilanzgrade 1,0, die bestmögliche Note. Trotzdem stand ihr Bonitätsindex bei 4,2, also weit überdurchschnittliches Ausfallrisiko. Der Höchstkredit lag entsprechend niedrig.
Die Gründe hatten mit der echten wirtschaftlichen Lage wenig zu tun:
Ein einzelnes Inkassoverfahren drückte den gesamten Index nach unten.
Die hinterlegte Bilanz war veraltet, obwohl der Umsatz seitdem stark gewachsen war.
Mehrere Nebenbranchen mit deutlich höherem Branchenrisiko waren eingetragen, obwohl sie für das Geschäft kaum eine Rolle spielten.
Genau hier setze ich an. Viele Punkte im CRIF Index sind keine Frage der Zahlungsmoral, sondern eine Frage sauberer und aktueller Daten.
So verbesserst du deinen CRIF Score
Auskunft prüfen: Schau dir an, was CRIF über deine Firma gespeichert hat. Jede Angabe zählt.
Branchen bereinigen: Haupt und Nebenbranchen müssen zu deinem tatsächlichen Geschäft passen. Eine riskante Nebenbranche kann dich teuer machen.
Aktuelle Bilanz liefern: Eine aktuelle und gute Bilanz verbessert das Bilanzgrade und damit den Index.
Negativmerkmale klären: Erledigte Inkassofälle und bezahlte Forderungen müssen auch als erledigt hinterlegt sein.
Pünktlich zahlen: Deine Lieferanten melden ihre Zahlungserfahrungen. Wer Zahlungsziele einhält, baut Schritt für Schritt einen besseren Wert auf.
Ich kümmere mich als externer Berater um genau diese Punkte, bei CRIF und bei Creditreform. Bezahlung nur bei Erfolg. Wie das bei Creditreform aussieht, liest du in meinem Artikel Creditreform Bonitätsindex: Tabelle und Klassen.
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Quelle der Risikoklassen und Faktoren: CRIF, Übersicht zum Bonitätsindex 4.0. Das Praxisbeispiel ist anonymisiert.
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